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Sanierung des „Haus Weltclub“: Ein Gebäude mit Geschichte

Über das Projekt

Sanierung des „Haus Weltclub“: Ein Gebäude mit Geschichte

Das Haus Weltclub hat schon viel erlebt, wenn es sprechen könnte, hätte es wahrscheinlich eine Menge Geschichten zu erzählen. Ursprünglich als Olympiaheim als Teil des Olympischen Dorfes bei den Segelwettbewerben für die Sommerspiele im Jahre 1936 errichtet, wurde es im zweiten Weltkrieg teilweise zerstört. 1952 wurde es von den Kieler Architekten Otto Schnittger und Ernst Stoffers in veränderter Form wieder aufgebaut und dient heute dem Institut für Weltwirtschaft als Gästehaus für Lernende, Lehrende und Förderer der Wissenschaft aus aller Welt.

Der Erhalt eines solch historischen Gebäudes liegt uns natürlich am Herzen, daher haben wir uns sehr über den Auftrag, das Haus Weltclub zu sanieren, gefreut. Da das Gebäude jedoch unter Denkmalschutz steht, wurde im Umgang mit der vorhandenen Gebäudesubstanz äußerste Sorgfalt und Umsicht verlangt. Die Ausführung der Sanierung begann 2019 und wurde im Jahr darauf fertiggestellt.

Erbrachte Leistungen

Im Ostflügel wurden in drei Geschossen (Sockelgeschoss, Erdgeschoss und 1. Obergeschoss) die Büroräume saniert und für eine mögliche Nutzung als Beherbergungsräume vorbereitet. Für eine barrierefreie Nutzung wurde ein Aufzug eingebaut, mit dem das Sockel und Erdgeschoss, sowie im Ostflügel das 1. Obergeschoss barrierefrei erreicht werden können. Im Erdgeschoss wurde ein barrierefreies WC eingebaut. Die vorhandene Rampe im Sockelgeschoss zwischen West- und Ostflügel wurde verlängert und somit für Rollstuhlfahrer nutzbar.
Von der Glashalle „Universitas“ zu der angrenzenden Teeküche wurde eine Rampe zur barrierefreien Nutzung eingebaut. Im Ostflügel und im zentralen Bereich zwischen den beiden Gebäudeflügeln wurden die Brandschutzanforderungen angepasst, ergänzt bzw. bestehende ertüchtigt.
Außerdem wurden in der ehemaligen Hausmeisterwohnung im Sockelgeschoss des Westflügels zwei Zimmer zur Nutzung als rollstuhlgerechte Beherbergungsräume vorbereitet. In unmittelbarer Nähe wurde ein Raum für die Nutzung als behindertengerechtes, barrierefreies Duschbad vorbereitet. Im Paul-Nortz-Saal im Erdgeschoss wurde die abgängige Lüftung rückgebaut und die abgehängte Decke erneuert. Die Arbeiten fanden im Gebäude während des laufenden Betriebes des Westflügels statt.

 

Anlagengruppe 1 – Abwasser-, Wasser-, Gasanlagen

In den Büros des 2. BA wurden die Waschtische inkl. aller Schmutzwasserleitungen und Trinkwasserleitungen zurück gebaut und entsorgt. Im Sockelgeschoss mussten Schmutzwasserleitungen und Trinkwasserleitungen im Bereich des neu zu installierenden Aufzugs umgelegt werden. Das im Sockelgeschoss vorhandene Herren-WC wurde zurückgebaut um Platz für den Aufzugsschacht zu erhalten. Das Herren-WC wurde an neuer Stelle, neben dem Damen-WC neu hergerichtet. Die erforderlichen Schmutzwasseranschlüsse sind an die vorhandenen Grundleitungen angeschlossen worden. Die Grundleitungen unter der Sohle wurden erneuert. Der erforderliche Anschluss der Trinkwasserleitungen wurde an den vorhandenen Trinkwasserleitungen hergestellt In der ehemaligen Hausmeisterwohnung wurden die Duschwanne, das WC und der Waschtisch demontiert und entsorgt. Hier werden ein unterfahrbarer Waschtisch und eine barrierefreie Dusche installiert.

Im Erdgeschoss ist eine ehemalige Teeküche zu einem barrierefreien WC umgebaut worden. Um nach Abschluss der Maßnahme ein einwandfreies Trinkwassersystem zu übergeben, wurde eine abschließende Wasseranalyse durchgeführt.

Alle Leitungsdurchführungen der Sanitärtechnik durch qualifizierte Wände und Decken sind entsprechend der MLAR verschlossen worden, um Schutz gegen Brand- und Rauchüberschlag zu gewährleisten.

In der ehemaligen Hausmeisterwohnung war eine Gastherme für die Deckung des Heizwärmebedarfs der Wohnung vorhanden. Die Therme wurde zurückgebaut. Die vorhandene Gasleitung wurden ebenfalls zurückgebaut und fachgerecht verschlossen.

 

Anlagengruppe 2 – Wärmeversorgungsanlagen

Alle Heizungsleitungen aus Stahlrohr wurden zurückgebaut und durch neue C-Stahlrohre ersetzt. Alle Leitungen sind frei sichtbar auf den Wänden verlegt worden.

Im Bereich des neuen Aufzugsschachtes wurden die vorhandenen Heizungsleitungen so umgelegt, dass sie außerhalb des Aufzugsschachtes verlaufen.

In der ehemaligen Hausmeisterwohnung wurden die vorhandenen Heizungsleitungen ebenfalls gegen neue C-Stahlrohre ausgetauscht. Diese Leitungen sind an den vorhandenen Heizungsstrang des Sockelgeschosses angebunden und nicht mehr über eine eigene Gastherme gespeist.

Alle Leitungsdurchführungen der Heizungstechnik durch qualifizierte Wände und Decken sind entsprechend der MLAR geschottet, um Schutz gegen Brand- und Rauchüberschlag zu gewährleisten.

Die Heizkörper in den Büros und anderen Aufenthaltsräumen, bis auf die „Universitas“, des 2. BA wurden demontiert und gegen neue Plattenheizkörper ausgetauscht. Die Heizkörper werden mit automatischen Heizkörperventilen ausgestattet und erhalten Thermostatköpfe zur Regulierung der Raumtemperatur. Die Heizkörper in der ehemaligen Hausmeisterwohnung werden ebenfalls gegen neue Plattenheizkörper ausgetauscht. Um die Heizungsleitungen im Bereich des neuen Aufzugsschachtes umzulegen, musste die vorhandene Leitungsdämmung entsorgt werden.

 

Anlagengruppe 3 – Lufttechnische Anlagen

Die bestehende Abluftanlage im Paul-Nortz-Saal wurde ersatzlos abgebrochen, da die zukünftige Nutzung keine Be- und Entlüftung des Saals erforderlich macht.

 

Anlagengruppe 4 – Starkstromanlagen

Das Gebäude verfügt über eine bestehende NSHV. Die Nachinstallation des für den Aufzug erforderlichen Abgangs stellte eine wesentliche Änderung der Anlage da. Der aktuelle Raum entsprach nicht den Vorgaben der technischen Anschlussbedingungen des Energieversorgers. Aus diesem Grund wurde die bestehende Verteilung demontiert, in Kabelboxen umgeklemmt, in den neuen Technikraum verschwenkt und in einer neu errichteten Verteilung aufgelegt. Die Verschwenkung machte eine Überprüfung der vorhandenen Zuleitung und der Abgänge zu den Unterverteilung auf Wiederverwendbarkeit notwendig. Die Unterverteilung im Gebäudeteil „ehemalige Hausmeisterwohnung“ musste ebenfalls ersetzt werden. Die elektrotechnische Anlage wurde komplett erneuert. Hierzu wurden die alten Kabel- und Brüstungskanäle inklusiv aller zum Raum zugeordneten Leitungen, Installationsgeräten und Lampen zurückgebaut sowie die Brandschutzkanäle im Flur demontiert. Für die Neuinstallation sind Leitungsführungskanäle an 3 Seiten unterhalb der Decke sowie an einer Seite des Raums in vertikaler Lage als Zuführung zu einem Brüstungskanal ausgeführt worden. Der Brüstungskanal nimmt die neu zu installierenden Einbaugeräte (Steckdosen und Netzwerkdoppeldatendosen) auf. Nur die Einbauten auf den Fluren und der Lichtschalter mit direkt darunter befindlicher Reinigungssteckdose wurden unterputz montiert und von einer Unterputz verlegten Leitung eingespeist. In den Fluren sind die Leuchten, Präsenzmelder, Sicherheitsleuchten und Rettungszeichenleuchten an der abgehängten F30-Decke montiert. Die Installation der Leitungen erfolgte hier auf der Rohdecke, oberhalb der Abhangdecke in einer qualifizierten Montage nach LAR in Funktionserhalt F30.

 

Anlagengruppe 5 – Fernmelde- und Informationstechnische Anlagen

Im Erdgeschoss wurde ein behindertengerechtes WC errichtet. Hierfür ist eine Lichtrufanlage zum Absetzten eines Hilferufs eingebaut worden. Der Ruf wird nur über eine Flurleuchte im Bereich des WC signalisiert. Die bestehende Brandmeldeanlage wurde im 2. Bauabschnitt komplett demontiert und durch neue Bauteile ersetzt. Es erfolgte eine Anbindung an die im 1. BA errichtete Brandmeldezentrale. Für die Nutzung der Büros sind in den Brüstungskanälen pro Arbeitsplatz Netzwerkdoppeldatendosen vorgesehen worden, welche auf einem Rangierfeld im Datenschrank angebunden wurden. Für die Einspeisung eines Beamers wurde eine HDMI-Verbindung zwischen Beamer und dem Brüstungskanal hergestellt. 

 

Anlagengruppe 6 – Aufzugsanlagen

Für die barrierefreie Erreichbarkeit aller Geschosse des 2. BA wurde ein barrierefreier Aufzug installiert. Dieser Aufzug durfte aufgrund der geografischen Nähe zur Kieler Förde keine große Unterfahrt aufweisen. Ein dafür erforderlicher Ausschnitt der Sohle wäre nur mit extremem Aufwand durch eine neue weiße Wanne in diesem Bereich möglich. Zudem durfte der Aufzug aufgrund des Denkmalschutzes des Gebäudes keine große Überfahrt aufweisen. Um diese Aspekte zu berücksichtigen, kam nur der Einsatz eines sog. mulit-lift in Frage. Dieser Lift fährt mit einer geringeren Geschwindigkeit als ein herkömmlicher Aufzug, kommt aber mit einer Unterfahrt von max. 12cm und einer Überfahrt von max. 40cm aus.

 

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